Vier Kinder, vier Taschen und viel zu viele Kuscheltiere. Und natürlich fällt es erst beim Einräumen ins Auto auf, dass Schweini fehlt. „Mama, ich kann Schweini nicht finden - ohne ihn kann ich aber nicht schlafen!" Also suchen wir alle noch einmal das heißgeliebte Kuscheltier, das im Hotel angekommen keine Rolle mehr spielen wird.
„Mama, da vorne steht der Kasimir! Wir sind gleich da!" Schon beim Anblick der großen Wasserbüffelstatue auf dem Parkplatz schalte ich auf Urlaub. Die Kinder steigen aus, rennen zu den Figuren und drücken - wie jedes Mal - sofort den Knopf und schon hören wir das Lied, das uns für die nächsten Tage nicht mehr loslassen wird.
»Kasimir, ich träum von dir …«
Keine 5 Minuten später betreten wir das Hotel und checken ein. Zwei Unterschriften später haben wir unsere Zimmerkarten in der Hand. Wir nutzen oft die Option der Frühanreise und sind schon vormittags im Hotel. Derweil sind die Kinder schon unterwegs zum Aushang des Kids Club. Es muss schließlich geplant werden, wer was wann macht! Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich meine Kinder sehr wenig sehen werde.
Indiana Jones und der Wasserbüffel
Doch zuerst schnappen wir uns unsere Kinder und machen eine gemeinsame Erkundungstour. Wir holen uns an der Rezeption Futter für die Tiere und gehen los. Der Weg führt vorbei an dem, wie ich es immer nenne, Hängemattenpark. Zahlreiche Hängematten laden zum Ausruhen unter Apfelbäumen ein.
Danach gehen wir gemeinsam zur Valo Arena - eine Mixed-Reality-Arena, in der man sich selbst als Spielfigur auf einer riesigen Leinwand sieht. Unsere kleine Tochter fragt schon bevor wir da sind, ob wir wieder das „Runterfall-Spiel" spielen können. Jeder, der schon einmal Indiana Jones gesehen hat, kann sich vorstellen, um was es in diesem Spiel geht. Nach einer Stunde sind alle genug runtergefallen. Wir holen uns ein Glas Wasser, und weiter geht's zu den Tieren.
Bei den Lipizzanern wird es ruhiger. Beim letzten Besuch durften wir die Fohlen bestaunen und ein wenig mit ihnen kuscheln. Zwei von vier Kindern finden die Pferde jedoch total langweilig und wollen weiter zu den anderen Tieren, schließlich haben wir ja noch unsere Futtertüte dabei. Ein besonders hungriger Ziegenbock hätte diese gerne komplett für sich alleine und läuft uns schon entgegen. Der Gerechtigkeitssinn der Kinder übernimmt hier und sie stellen sich so hin, sodass das Futter gleichmäßig auf die Ziegen aufgeteilt wird.
Wir haben noch ein wenig Zeit, bis zur Wasserbüffelfütterung. Natürlich gibt es Wasserbüffel, denn Kasimir ist schließlich einer! Wir schlendern über den Golfplatz in Richtung Gehege. Der Tierpfleger ist schon da und wartet auf uns. Ich darf den Büffel mit Äpfeln füttern, doch irgendwie verwechselt der Gute den Apfel mit meiner Hand und sabbert mich komplett voll. Sehr zur Erheiterung der Anwesenden. Der Tierpfleger möchte den Kindern noch die Ponies zeigen und fährt mit ihnen schon mal vor, wir Eltern müssen laufen. Mit dem Golfcart über die Weide macht wahrscheinlich mehr Spaß als zu Fuß außen rum.
Mary Poppins und die Holzkugel
Die Runde um das Hotelgelände endet auf dem großen Spielplatz, wo es eine Riesenmurmelbahn gibt. Ich hab sogar noch eine passende Holzkugel von einem anderen Ausflug in meiner Handtasche. Fragt mich nicht, warum. Falls man keine Mary Poppins Tasche hat, kann man sich auch einfach eine passende Kugel direkt auf dem Spielplatz holen.
Von dort aus ist es ein Katzensprung zurück zur Rezeption. Auf dem Weg dahin kann man noch einmal den riesigen Kasimir bestaunen und von den Kräutern und Erdbeeren naschen, die neben dem Weg gepflanzt sind.
Nach dem Spaziergang haben die Kinder erst einmal genug von uns Eltern und wollen in den Kids Club. Wir füllen schnell die Anmeldekarten aus und schon sind die Kinder verschwunden. Im Kids Club herrscht im Übrigen Elternverbot. Ich kenne ihn nur aus den Erzählungen meiner Kinder. Ein mysteriöser Ort voller Wunder mit einer liebevollen und kompetenten Betreuung.
Unsere Kinder sind nicht alle gleich alt und trotzdem ist jedes hier gut aufgehoben. Der Kids Club denkt an die verschiedenen Bedürfnisse der Altersgruppen und das merkt man. Was für die Kleinen passt ist nicht immer dasselbe wie für die Großen und das Angebot wird daran ausgerichtet.
Einen heißen Kaffee, bitte
Da sind wir auf einmal kinderlos und der Rest des Tages gehört uns Eltern. Ich überlege, was ich jetzt mache. Natürlich erstmal Termine im Spa machen und mich auf die Massagen freuen. Die Ying Yang Behandlung gehört für mich zum festen Programm, da lasse ich nicht mit mir diskutieren. Anschließend setze ich mich gemeinsam mit meinem Mann in die Lobby und genieße einen Kaffee, heiß und ohne Unterbrechungen. Was ich als Mama, deren Kaffee zu Hause zu 96% kalt ist, besonders zu schätzen weiß, ist der Punkt, dass im Hotel so gut wie alle Getränke inkludiert sind und ich mir so viel heißen (!) Kaffee holen kann, wie ich möchte.
Ich schaue, was für Aktivitäten für Erwachsene es heute noch gibt. Ich gehe zum Yoga und mein Mann nimmt den Golfschnupperkurs wahr. Kurz bevor es zum Abendessen geht, kommen unsere Kinder zurück. Ihre Augen leuchten und sie haben allerlei Sachen zu erzählen. Aber die Erzählungen müssen noch ein wenig warten, denn erst müssen wir mit der Lilli-Maus die Kinderdisco tanzen. Und ich muss gestehen: ich tanze regelmäßig heimlich mit.
Ist Ulli da?
Die Kinder fragten schon bei Anreise: Ist Ulli heute da? Und ja, unsere Lieblingsservicekraft Ulli, wartet schon beim Abendessen auf uns. Es ist jedes Mal ein schöner Moment, wenn besonders die Kinder so herzlich begrüßt werden. Und ich habe jedes Mal den Eindruck, als ob die Freude beiderseitig ist. Wir tauschen auf dem Weg zum Tisch die neuesten Erlebnisse aus.
»Die Servicekraft, die sich erinnert. Der Küchenchef, der Hallo sagt. Genau das sind die Momente, die bei mir hängen bleiben.«
Genießen ohne schlechtes Gewissen
Ich studiere das Abendmenü, drei verschiedene stehen zur Auswahl. Spontan lacht mich das vegane Menü am meisten an. Jeden Abend dasselbe Ritual, jeden Abend dasselbe Ergebnis: Ich bin nicht enttäuscht. Küchenchef Patrick Moser und sein Team kochen mit einem Herzblut, das man schmeckt.
Ich wettere gerne gegen Kinderspeisekarten. Im Finest Family jedoch habe ich nichts zu beanstanden. Das Kindermenü liest sich zwar stellenweise wie üblicher Einheitsbrei, wird aber aus frischen Zutaten zubereitet und hat nichts mit dem Junk Food zu tun, das es sonst oft gibt. Auch hier merkt man das Herzblut des Küchenchefs. Und falls doch mal nichts Passendes dabei ist, wird gerne etwas extra zubereitet. Wir haben einen Kandidaten dabei, der oft ein Picky Eater ist. Aber hier kann ich entspannt bleiben, denn wir finden immer eine Lösung. Und wenn es eine extra bestellte Pasta mit Tomatensauce ist.
Babyphone, Aperol, Live-Musik
Nach dem Abendessen bringen wir die Kleinen ins Bett. Die großen Kinder sind zusammen mit einem Betreuer unterwegs ins Bulls Camp - Konsolen, Kickertisch, Dinge die ältere Kinder gerne tun. Kleine haben keinen Zutritt. Wir Eltern setzen uns mit einem Babyphone bewaffnet an die Bar, Sekt in der Hand, Live-Musik im Hintergrund.
Und genau hier merke ich, dass ich Urlaub habe. Keine ständige Bereitschaft, keine Mama-Rufe, kein Alltag. Die Kinder sind glücklich und gut aufgehoben. Ich genieße das Essen ohne schlechtes Gewissen, die Qualität ist so hoch, dass ich nicht nachdenken muss. Wer mich kennt, weiß was das bedeutet.
Kasimir steht noch immer auf dem Parkplatz, wenn wir abreisen. Unverändert, zuverlässig. Genau wie Ulli, Janine und Patrick. Ein Ort, der sich erinnert. Und einer, an den wir immer wieder zurückkommen.